Offene Briefe: Ein leicht geöffneter Briefumschlag.

Offene Briefe & Co.

Interaktion mit Politik und Öffentlichkeit


Die Integrationsbeauftragten und weitere Amtsträger und -trägerinnen fast aller deutschen Bundesländer haben haben eine gemeinsame Resolution an Innenminister Dobrindt gerichtet, in der sie fordern, den Zugang zur freiwilligen Teilnahme an Integrationskursen zu sichern, das international anerkannte System der Sprachförderung und nachhaltige Integrationsstrukturen zu erhalten, Wiederholungsmodule der Integrationskurse wieder einzuführen und das volle Spektrum der Berufssprachkurse wieder bereitzustellen.


Nicht nur potenzielle Teilnehmende, Deutschkursträger und Lehrkräfte beklagen den Zulassungsstopp für die freiwillige Integrationskursteilnahme – auch eine Vielzahl von Firmen sehen deutliche Nachteile und befürchten verheerende Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. Das Unternehmensnetzwerk „Vielfalt ist Zukunft“ hat deshalb einen Appell an den Bundesinnenminister gerichtet, in dem Risiken der Entscheidung aufgezeigt werden. Die Initiative, die von mehreren Hundert Unternehmen und Organisationen getragen wird, fordert, den Zugang zu freiwilligen Integrationskursen wieder vollständig zu öffnen.


Das Verbändebündnis Gesamtprogramm Sprache, zu dem auch das Trägernetzwerk gehört, setzt sich mit seinem Appell für den uneingeschränkten Zugang zu Integrationskurskursen für geflüchtete und zugewanderte Menschen ein. Es weist darauf hin, dass kurzfristige Einsparungen zu deutlich höheren langfristige Folgekosten führen werden, und spricht sich für die umgehende Wiederaufnahme der Zulassungen zu den Integrationskursen nach § 44 Abs. 4 AufenthG aus.


Zum Bündnis „Niedersachsen packt an“ zählen u.a. die Niedersächsische Landesregierung, die Unternehmerverbände Niedersachsen, der DGB Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt, die IHK Niedersachsen und weitere gewichtige Organisationen. Gemeinsam fordern sie in ihrer hier einsehbaren Erklärung, „die Finanzierung und den verlässlichen Zugang zu Integrationskursen so zu sichern, dass Sprachförderung bedarfsorientiert, planbar und bundesweit nachvollziehbar bleibt“.


Belit Onay, Oberbürgermeister von Hannover, richtete sich in einem offenen Brief an Bundesinnenminister Dobrindt, um die unverzügliche Wiederaufnahme der Zulassungen zu Integrationskursen sowie Rücknahme der Kürzungen im Bereich Integrations- und Berufssprachkurse zu erbitten. Gemeinsam mit Herrn Onay unterzeichneten die hannoverschen Bundestagsabgeordneten sowie eine Vielzahl der Integrations- und Berufssprachkurse aus Hannover. Den Brief im Wortlaut finden Sie hier:


Eine beträchtliche Anzahl zugelassener Integrationskursträger wendete sich in einem von der AIM Bildung GmbH Essen initiierten offenen Brief an die Direktorin der Abteilung „Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt“ des BAMF, um verschiedene Entwicklungen anzusprechen, die den Kursanbietern die Arbeit und auch die finanzielle Planungssicherheit akut erschweren. dazu gehören u. a. die veränderlichen Zahlungsziele des BAMF, die Degressionsregelung, die Forderung nach einer Festanstellung von Lehrkräften und die ausbleibende Integrationskurs-Berechtigungsausstellung. Wir haben den Brief hier hinterlegt.


Mehrere Integrationskursträger wandten sich aufgrund des Ausstellungsstopps für Integrationskursberechtigungen durch das BAMF an Deniz Kurku, den niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe. Dieser trug weitere Informationen zusammen und verfasste einen Brief an Staatsministerin Natalie Pawlik, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus. Den Brief veröffentlichen wir mit Erlaubnis von Herrn Kurku hier.


Die Bundestagsabgeordnete Filiz Polat richtete Ende Januar eine schriftliche Frage ans Bundesministerium des Innern, um in Erfahrung zu bringen, wie lange das BAMF die Aussetzung der Berechtigungsausstellung für Integrationskurse fortzuführen gedenke. Den genauen Wortlaut der Frage sowie deren Beantwortung durch das Innenministerium können Sie hier nachlesen.


Im Januar 2026 stellten Integrationskursträger in verschiedenen Teilen Deutschlands fest, dass das BAMF aktuell keine Berechtigungen für die Teilnahme an Integrationskursen mehr ausstellt – trotz vorhandener Kursplatzkapazitäten und beständiger Nachfrage durch potenzielle Teilnehmende. Bei Rückfragen an die zuständigen BAMF-Regionalkoordinatoren wurde der Eindruck bestätigt; Gründe wurden jedoch zunächst nicht genannt, ebenso gab es keine Angaben dazu, wann eine Rückkehr zu den üblichen Abläufen zu erwarten sei. Die Träger erhielten (Stand 22.01.2026) zu diesem Sachverhalt bisher keine offizielle Information. Da der Umstand sich unmittelbar auf die Planungssicherheit der Kursveranstalter auswirkt und zudem die transparente und zielführende Kommunikation mit Teilnahmewilligen erschwert, wendete sich das ISK Hannover mit dem hier verlinkten offenen Brief direkt an das BAMF, um Bewusstsein für die Konsequenzen der stillschweigenden Änderungen zu schaffen und um weitere Informationen sowie eine Rückkehr zur ursprünglichen Praxis zu bitten. Das Trägernetzwerk unterstützt diese Forderungen.


Das Trägernetzwerk und weitere Organisationen, Verbände und Sprachkursträger haben ihre Anliegen rund um die Durchführung von Integrations- und Berufssprachkursen zu vielen Gelegenheiten u. a. bei Bundestagsabgeordneten platziert, um Bewusstsein für die Herausforderungen zu schaffen, die z. B. durch Sparmaßnahmen, verzögerte Auszahlungen, neue oder temporär abgeänderte Regularien und wenig transparente Kommunikation entstehen. Im Dezember 2025 formulierten eine ganze Reihe von Mitgliedern des Bundestages einen Fragenkatalog rund um die genannten Themen, den sie in Form einer kleinen Anfrage an die Regierung richteten. Sowohl die Anfrage als auch deren Beantwortung können Sie hier nachlesen.


„Fachkräfte sichern, Integration beschleunigen! Abwanderung der Beschäftigten aus der Branche stoppen!“ – Mit diesen klaren Appellen beginnt das Forderungspapier mit Fokus auf das Gesamtprogramm Sprache, das ein breites Verbändebündnis Anfang November 2025 auf den Weg gebracht hat. Gemeinsames Ziel aller unterzeichnenden Organisationen ist die schnelle Behebung der aktuellen Missstände rund um die staatliche Deutschkursfinanzierung.
Die drei Hauptforderungen des Papiers beziehen sich auf eine umgehende Erhöhung der Integrationskursmittel noch für das Jahr 2025, die Anhebung der Fördergelder für Integrations- und Berufssprachkurse 2026 sowie eine Erhöhung des Kostenerstattungssatzes. Das Trägernetzwerk zählt zu den Unterzeichnern und trägt alle Forderungen mit.


Anfang September 2025 kündigte das BAMF bundesweit an, ausstehende Zahlungen für Integrationskurse künftig zu kontingentieren und stärker verzögert an die Kursanbieter zu leisten. Noch im Juni war in einem vorangehenden Rundschreiben betont worden, die Integrationskursfinanzierung sei für den Rest des Jahres gesichert. Der plötzliche Richtungswechsel traf die Kursanbieter überraschend und verstärkt seitdem die Liquiditätsprobleme, mit denen viele Institute aufgrund der Einsparungen bei den Berufssprachkursen ohnehin seit einiger Zeit zu kämpfen haben. Nicht nur einzelne Kursveranstalter (s.u.) wendeten sich an die verantwortlichen Stellen; auch das Trägernetzwerk richtete einen offenen Brief an das BAMF, um diese sowie weitere Entwicklungen zu kommentieren und sich für ein Einlenken stark zu machen.


Nachdem das BAMF die Träger von Integrationskursen noch im Juni 2025 darüber informiert hatte, dass die Kursfinanzierung für das zweite Halbjahr gesichert sei, folgte Anfang September eine widersprüchliche Bekanntmachung: Aufgrund unerwartet hoher Ausgaben im ersten Halbjahr müsse die Auszahlung bearbeiteter Abrechnungen für den Rest des Jahres gesteuert und wochenweise kontingentiert werden. Voraussichtlich können laut Trägerrundschreiben vorerst nicht alle beim BAMF eingehenden Abrechnungen vollständig und innerhalb der üblich Zeitspanne von 30 Tagen ausgezahlt werden, mit Verzögerungen ist zu rechnen. Diese überraschende Information bringt viele Sprachkursträger in Bedrängnis. Das language coach institute Leipzig reagierte mit einem Brief an das BAMF, den wir mit Einverständnis des Instituts hier veröffentlichen.


Nach Gesprächen mit BSK-Anbietern aus dem Trägernetzwerk stellten die Bundestagsabgeordneten Maren Kaminski, Nicole Gohlke,
Dr. Michael Arndt u.a. eine kleine Anfrage an die Bundesregierung, um genauere Angaben bzgl. der Umsetzung und Nutzung von Job-BSK seit deren Einführung zu erhalten. Die Antworten auf die einzelnen Fragen können Sie hier nachlesen.


Am 08.07.2025 veröffentlichte das BAMF auf seinem LinkedIn-Kanal ein kurzes Video, in dem die Erfolge des Gesamtprogramms Sprache beschrieben werden, zu dem Integrations- und Berufssprachkurse gehören. Da die aktuellen Sparmaßnahmen und deren Konsequenzen im Video nicht kommentiert wurden, gab es in der Kommentarsektion mehrere Nachfragen und Hinweise diesbezüglich. Das BAMF reagierte auf diese mit einer etwas umfassenderen Antwort und einer Ankündigung bzgl. der Kursoptionen für das vierte Quartal 2025. Letztere sowie die Reaktion von Kai U. Müller (Trägernetzwerk) lassen sich hier nachlesen:


Auch beim Garantiefonds Hochschule (GF-H) wurden zu Beginn dieses Jahres Gelder gekürzt. Der GF-H ermöglicht jungen Geflüchteten und Vertriebenen aus Kriegs- und Krisengebieten, ein Studium in Deutschland erfolgreich abzuschließen – unter anderem durch Sprachkurse und Beratungsangebote. Die Fördermittelstreichungen stellen Anbieter entsprechender Kurse vor große ökonomische Herausforderungen. Im Rahmen der GF-H-Tagung in Siegburg am 26.05.2025 haben sich engagierte Kursträger zusammengefunden und einen Brandbrief an Bundes-Bildungsministerin Karin Prien verfasst, den wir hier zur Verfügung stellen.


Eine auf die Berufssprachkurs-Kürzungen bezogene E-Mail des Trägernetzwerks an den Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers, Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales, führte dazu, dass dieser sich in Absprache mit seinen Kollegen Armin Laschet und Catarina dos-Santos-Wintz an die zuständigen Facharbeitsgruppen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wendete: Gemeinsam bat man das BAMF um eine Stellungnahme, die dann schriftlich einging und an das Trägernetzwerk weitergeleitet wurde. Die Ausführungen des BAMF wurden anschließend vom Trägernetzwerk noch einmal kommentiert und eingeordnet. Den zugehörigen E-Mailaustausch können Sie hier nachlesen.


Nach einem intensiven Austausch mit mehreren Hannoveraner Sprachkursträgern nahm die Bundestagsabgeordnete Swantje Michaelsen (Grüne) in einem Brief Kontakt zu Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt auf, um auf die negativen Auswirkungen der Mittelkürzungen für Berufssprachkurse hinzuweisen und um die zeitnahe Sicherung einer bedarfsgerechten Förderung zu bitten. Den Briefwechsel zwischen Frau Michaelsen und Dennis Rohde (SPD, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Finanzen) stellen wir hier mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung.


Der folgende offene Brief wurde am 12.06.2025 von der Geschäftsleitung der gemeinnützigen Sprachenakademie Aachen per E-Mail an das BAMF gesandt. Angeschriebene Personen waren die Direktorin der Abteilung 8 „Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt“, Frau Uta Saumweber-Meyer, sowie der Bereichsleiter der Gruppe 83 „Berufssprachkurse“, Herr Martin Lauterbach.

Sehr geehrte Frau Saumweber-Meyer,

ich schreibe Ihnen diesen offenen Brief nicht als Vertreter eines Verbandes oder einer institutionellen Interessenvertretung. Es haben sich bundesweit freie Träger zusammengeschlossen, um sich mit einer Stellungnahme an Presse, Politik und Bundesverwaltung zu wenden, da die Situation für alle an den örtlichen Integrationsprozessen beteiligten Gruppen zunehmend prekär wird. Als Geschäftsführer eines dieser Träger habe ich die Aufgabe übernommen, mich direkt an Sie zu wenden. Unsere Stellungnahme findet sich auf der Website www.traegernetzwerk.org, und es wäre schön, wenn Sie sich ein wenig Zeit zur Lektüre nehmen könnten. […]

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Wir möchten uns zunächst für die in Ihrem Trägerrundschreiben vom 06.06.2025 mitgeteilte Veränderung der Zahlungsmodalitäten bedanken. Dies war für uns ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings nur ein kleiner Schritt. Wir waren überrascht, dass Sie in Ihrem TRS die finanzielle und teilweise auch existentielle Bedrohung für Träger der Berufssprachkurse als nicht vorhersehbar klassifizierten. Denn direkt seit Anfang des Jahres artikulierten Bildungsträger sowohl gegenüber dem Außendienst als auch gegenüber den Medien sehr deutlich, dass die Gesamtheit der Maßnahmen in Bezug auf die Berufssprachkurse für Sprachkursanbieter, aber auch in besonderem Maße für freiberufliche Lehrkräfte finanziell sehr schwierig und vielfach existenzbedrohend ist. Wir verweisen in diesem Zusammenhang erneut auf unserer Seite www.traegernetzwerk.org, und hier insbesondere auf unseren Pressespiegel, der Medienbeiträge zum Thema seit Januar 2025 aufführt. Es verwundert uns daher sehr, dass die schwerwiegenden Folgen der Entscheidungen ebenfalls wohl als „so nicht vorhersehbar“ eingeschätzt wurden und offenbar noch werden.

War die Verlängerung Ihrer Zahlungsfristen auf 90 Tage für viele Beteiligte schwer zu heben, so war der grundsätzliche Wegfall einer Vielzahl von Kursen noch gravierender. Diese Reduzierung des Kursangebots hat Auswirkungen auf alle am Angebot der Berufssprachkurse direkt beteiligten Gruppen. Besonders betroffen sind die Folgenden:

1. Freiberufliche Lehrkräfte

Diese haben in aller Regel keinerlei Rücklagen, um den Verdienstausfall auch nur eines Monats zu überbrücken. Der Ausfall einer relevanten Zahl von BSK schon über zwei Quartale bedeutet für viele der Lehrkräfte, dass sie sich zwingend beruflich umorientieren müssen, um einer Privatinsolvenz zu entgehen. Sollte Ihre extreme Kürzung auch, wie es ja leider aussieht, im dritten Quartal Bestand haben, so wird sich dieser Effekt verstärken. Diese Lehrkräfte werden dann fehlen, wenn die angestrebten Job-BSK Fahrt aufnehmen sollten und der schwerwiegende Teilnehmendenstau, der sich sichtbar über die letzten Monate gebildet hat, abzuarbeiten sein wird.
Eine berufliche Neuorientierung ist allerdings für viele Lehrkräfte nicht möglich, durch ihren freiberuflichen Status steht ihnen noch nicht einmal der Weg in die Arbeitslosigkeit offen. Der Wegfall von Kursen ist in vielen Fällen ruinös. Die Situation verschärft sich nun von Monat zu Monat, in dem Maße, in dem Kurse, die bereits im letzten Jahr gestartet sind, langsam auslaufen und auch alternative Einsatzmöglichkeiten, zum Beispiel in grundständigen Integrationskursen, weniger werden.

2. Verantwortungsbewusste Bildungsträger

Ebenfalls ökonomisch prekär ist die Situation für Bildungsträger, gerade für solche, die trotz der überschaubaren Bezahlung durch das BAMF in den letzten Jahren dazu übergegangen sind, Lehrkräfte einzustellen und/oder eine Verwaltungsstruktur aufzubauen, die den bürokratischen Anforderungen des Integrationskurssystems gewachsen ist. Dass in einer Situation, in der offensichtlich die Nachfrage nach Kursen, die Infrastruktur der Bildungsträger und nicht zuletzt eine große Anzahl gut qualifizierter Lehrkräfte vorhanden sind, aus fiskalischen Gründen von Politik und Bundesverwaltung disruptiv und unter Vernachlässigung der oben genannten Faktoren eingegriffen wird, war für Kursträger nicht abzusehen. Vor allem nicht in dieser extremen Kurzfristigkeit. Bildungsträger, die freiberuflichen Lehrkräften einen würdigen Weg in eine Festanstellung anboten, sind stärker betroffen, aber allen Trägern wird der Haushaltsplan 2025 zerschossen. Volkshochschulen müssen auf kommunale Mittel, Filialbetriebe auf Unterstützung der Firmenstrukturen zurückgreifen. Verantwortungsbewusste Bildungsträger, die eine Fürsorgeverpflichtung auch ihren freiberuflichen Lehrkräften gegenüber empfinden, leiden zudem buchstäblich darunter, was sie diesen teilweise seit Jahren für sie Tätigen antun müssen. Und Rücklagen, die für überfällige Digitalisierung oder die gebotene Integration von KI in den Lehrbetrieb vorgesehen waren, werden aktuell ohne Not verbrannt. Wenn sie denn (noch) da sind. Erste Insolvenzverfahren von Trägern sind bereits eröffnet.

3. Hochmotivierte, gut qualifizierte Teilnehmende, angehende Fachkräfte

Der Stau an Teilnehmenden, die dringend auf weiterführende sprachliche Qualifikation angewiesen sind, ist enorm. Buchstäblich jeder Qualitätsträger muss konstant erklären, warum es aktuell kein ausreichendes Kursangebot gibt. Besonders betroffen sind angehende Fachkräfte, die für die Anerkennung ihrer Berufsqualifikation oder als Voraussetzung für eine Ausbildung Sprachkenntnisse auf dem Niveau B2 oder höher nachzuweisen haben. Nahezu alle Berufsschulen, Berufskollegs oder Pflegeschulen klagen über fehlende sprachliche Grundlagen der Bewerberinnen und Bewerber. Diese können durch extensive ausbildungsbegleitende Azubi-BSK nach derzeitigem Stand und Umfang nicht aufgefangen werden. Die reale Zahl an ausfallenden BSK liegt zudem bundesweit weit höher, als anscheinend erwartet und wahrgenommen. Dies scheint unter anderem an den fehlerhaften gemeldeten Bedarfen der Jobcenter zu liegen, die vielerorts schon in der Vergangenheit an der realen Bedarfssituation vorbeigingen. Aus vielen Regionen erreichen uns Nachrichten, dass Jobcenter vor der Anforderung, reale Bedarfe zu ermitteln, eher ratlos stehen und wilde Schätzungen weitergeben müssen. Bei der häufig anzutreffenden sehr dünnen Personaldecke des Fallmanagements ist dies wenig verwunderlich.

Unser Anliegen: Rücknahme der Kürzungen

Offenbar hat Ihr Haus unlängst einen zweiten Antrag auf überplanmäßige Ausgaben beim Bundesministerium für Finanzen gestellt, bei dem allerdings unser Hauptanliegen, eine zumindest teilweise Rücknahme der disruptiven Kürzungen zu Jahresbeginn, nicht berücksichtigt wurde. Weiterhin scheint die Situation, in der die genannten beteiligten Gruppen sich befinden, den Verantwortlichen nicht hinreichend deutlich vor Augen zu stehen, da, wie bereits zitiert, z. B. die prekäre Situation der Träger und der freiberuflichen Lehrkräfte nicht vorhergesehen wurde. Wir stehen einer Entwicklung, die sich stärker am Arbeitsmarkt orientiert, etwa durch Job- oder Azubi-BSK, durch spezielle Angebote für nachgefragte Berufsfelder und stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Arbeitgeberseite, sehr offen gegenüber. Aber die Art und Weise, wie zu Jahresbeginn und konstant bis zum heutigen Tag entgegen jeglicher Planungsmöglichkeit massive Kürzungen vorgenommen wurden, nimmt Privat- und Trägerinsolvenzen nicht nur in Kauf, sondern forciert sie.
Daher bitten wir Sie dringend, unser Anliegen schnellstmöglich den zuständigen Ministerien vorzutragen, denn hierbei handelt es sich um ein Problem, das sich nicht in Ihrer üblichen Vorgehensweise in Quartalsschritten oder gar erst mit dem Haushaltsjahr 2026 lösen lässt. Hier zählt jeder Monat. Es wird auch nicht dramatisiert. Es werden auch nicht Partikularinteressen von einer Lobbygruppe vorgetragen. Es melden sich einfach nur Bildungsträger, die in den letzten Jahren die Hauptlast der sprachlichen Integrationsarbeit getragen haben, die an der Basis tätig sind und die wissen, wovon sie reden.
Gerne stehen wir Ihnen für Nachfragen oder ergänzende Informationen zur Verfügung und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Kai U. Müller Geschäftsführer Sprachenakademie Aachen gGmbH
ma**@*************rk.de

P. S.:
Dieser offene Brief wird auch auf der angegebenen Website www.traegernetzwerk.org veröffentlicht.


Anlässlich der massiven Kürzung von Fördergeldern für Berufssprachkurse formierte sich im Mai 2025 das Trägernetzwerk als Interessengemeinschaft hauptsächlich privater Kursanbieter. Die erste gemeinsame eine Stellungnahme des Netzwerks zeigt die negativen Auswirkungen der Mittelstreichungen auf und fordert u. a. die Rücknahme der Kürzungen und eine transparentere Informationspolitik. Über 90 Organisationen unterzeichneten das Statement.